Mit dem ÖM-Berg-Titel zum Tripel

2012 holte ich meinen ersten österreichischen Meistertitel am Berg, 2013 musste ich mich der mehrfachen Berglauf-Welt- und Europameisterin Andrea Mayr geschlagen geben, und die darauffolgenden Jahre trat ich aufgrund von Auslandseinsätzen nicht an. 2017 war es wieder einmal soweit...

Eigentlich sollte ich Mitte August mit meinem Team die Tour of Norway fahren. Doch da ich und mein Drops-Teammanager nach Thüringen beschlossen hatten, dass wir 2018 getrennte Wege gehen würden, hat er mich kurzerhand aus dem Team-Rennkalender genommen und so kam es dazu, dass ich am 19. August zuhause war. Also beschloss ich bei den Österreichischen Bergmeisterschaften anzutreten, da zum einen der Gaisberg nicht weit weg war, und zum anderen ein Rennen immer lustiger ist als harten Training alleine.

Bei strömenden Regen machte ich mich Samstag in der Früh auf zum Gaisberg in Salzburg. Schnell noch die Strecke mit dem Auto abgefahren, ging es zur Startnummernausgabe, wo ich einen halbe Stunden verbrachte. Bei bereits etwas knapp kalkulierter Zeit und ohne Betreuung hatte ich dann zeitlich schon etwas Stress, um mich umzuziehen, die Rolle zum Warmfahren aufzubauen und mich schließlich aufzuwärmen. Just-in-time schaffte ich es dann doch pünktlich zum Start. Nachdem Andrea Mayr das Tempo machte zerfiel das Feld ziemlich schnell und wir blieben nur noch zu Dritt übrig. Auf den letzten 2 km musste auch die Dritte abreißen lassen und ich brauchte nur noch an Andreas Hinterrad bleiben, so war zumindest meine Taktik. Ich hatte jedoch auch nie zu kämpfen, um den Anschluss zu halten, eher im Gegenteil fühlte ich, dass ich auch noch schneller fahren könnte. Ich wusste aber auch, dass ich im Zielsprint die besseren Karten hatte und so wartete ich bis auf die letzten 200m. Bei gut 150 m eröffnete ich den Sprint und im Nu war ein Loch offen. So konnte ich mit 6 Sekunden Vorsprung eine weitere Goldmedaille meiner Sammlung hinzufügen.

Es war wirklich schön wieder einmal in Österreich ein Rennen zu fahren und ich war echt überwältigt von der Unterstützung die ich von allen Seiten bekam. Danke an Claudia Schlager, die meine After-Race-Bekleidung in den Zielbereich brachte. Danke an das Hrinkow-Team, das mir eine Jacke im Zielbereich borgte und an Peter Stankovic, der mich mit seinem Buff als Kopfbedeckung versorgte. Und ein ganz großer Dank an die Mama von Hannah Gruber-Stadler, die mich mit Trinken und Essen im Zielgelände versorgte und mich und mein Rad nach der Siegerehrung wieder sicher und warm zu meinem Auto im Startbereich brachte.

Und natürlich werden sich die meisten jetzt wundern, dass ich 2018 nicht mehr für Drops fahre, obwohl ich eine super, ja meine beste Saison mit dem Team hatte und nach außen alles so perfekt wirkte. Leider wurden aber viele Versprechungen gemacht, die nicht gehalten werden konnten. Da meine Ziele für 2018 mit der WM in Österreich groß sind, und mir der Teammanager bestimmte Grundvoraussetzungen für eine gute Vorbereitung nicht zusichern kann, ist es notwendig neue Schritte zu gehen. Dieses Wochenende fahre ich nun mit dem zur WWT zählenden GP Plouay das letzte Rennen mit dem Drops Cycling Team. Danach fahre ich im September noch die Tour de Ardeches in Frankreich mit einem Mixed-Team zu WM-Vorbereitung und von 19. bis 23. September bin ich dann bei den Weltmeisterschaften in Norwegen im Einsatz. Und danach werdet ihr auch über meine Teampläne 2018 informiert.

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