Gran Canaria 2018

Sonnenschein, unzählige Trainingskilometer und –höhenmeter, noch mehr Kaffees und gutes Essen, was will man mehr!? Train – eat – sleep – work – repeat! Das war mein vermutlich letztes Trainingslager auf den Kanarischen Inseln als aktive Leistungssportlerin... Da war schon ein wenig Wehmut dabei, als ich die Insel Ende Jänner nach zwei tollen Trainingswochen verließ.

 

Wieder einmal habe ich längere Zeit gegrübelt, ob mich mein Jänner-Trainingslager nach Malle oder Gran Canaria führt. Da ich doch noch einmal auf die Sonneninsel wollte und im Hinblick auf die bergige Heim-WM, ist die Entscheidung schließlich auf Gran Canaria gefallen, auch wenn der Reiseaufwand mit Abflug von München und einer Flugzeit von mehr als 4,5 Stunden doch immer strapaziöser ist als nach Mallorca.

Nach einer doch etwas stressigen Arbeitswoche mit wenig Training, Last-minute-packen Freitagabends, trat ich Samstagfrüh meine Reise nach Gran Canaria an, wo ich dann abends im Hotel eincheckte. Beim Auspacken und Zusammenbauen meine neuen Colnagos V2-R dann der Schock: das Schaltauge war komplett verbogen, so dass ich nicht einmal mehr das Laufrad einbauen konnte. Da es bereits nach 20 Uhr war, musste ich den nächsten Tag abwarten, um in einem lokalen Radshop Hilfe zu suchen. Gottseidank war das Freemotion Bikecenter nur 1 km von meinem Hotel entfernt und so trug ich am Sonntagmorgen mein Rad dorthin in der Hoffnung dass sie mir das Schaltauge geradebiegen könnten (ohne es zu brechen). Und es war mein Glückstag, Freemotion hat mir mein Trainingslager gerettet! Vielen Dank nochmal an dieser Stelle!!!!!!!!!!

Jetzt konnte also mein Trainingslager beginnen. Ich entschied mich mein Training in 3 4er-Blöcken zu absolvieren. Nach einem schönen ersten Tag, folgten zwei wettermäßig schlechtere Tage bevor sich am vierten Tag auch in den Bergen wieder die Sonne zeigte. Deshalb nützte ich diesen Tag gleich mal um das Tal der Tränen zu fahren. Irgendwie hatte ich diese Runde kürzer in Erinnerung ;-) Bei der Abfahrt von Ayacata nach Maspalomas hatte ich dann noch einmal Glück im Unglück, denn ein Reifenplatzer in der Abfahrt bremste mich (gottseidank ohne Sturz) noch einmal aus, bevor ich nach 150 km und über 3000 Höhenmeter wieder zurück ins Hotel kam. Dann stand auch schon mein erster Ruhetag, also in meinem Fall Arbeitstag, am Programm.

Den zweiten Block startete ich mit Intervallen, die richtig Spaß machten. Die nächsten Tage zeigte sich die Insel von seiner besten Seite: Sonnenschein, blauer Himmel und kein einziges Wölkchen. Na klar war ich somit jeden Tag in den Bergen unterwegs, und konnte natürlich auch den Pico de las Nieves, den höchsten Gipfel von Gran Canaria, nicht auslassen. Cola und Kaffee in Ayacata oder San Bartolome und schon war ich für die Heimfahrt wieder gestärkt. So war auch der zweite Trainingsblock im Nu vorbei. Nach einem weiteren Ruhetag, folgte der dritte und letzte Trainingsblock. Bis auf die letzten zwei Tage war das Wetter noch einmal richtig gut und ich genoss jede einzelne Minute auf meinem Rad in der Sonne, auch wenn sich die Müdigkeit schon etwas bemerkbar machte. Der Wetterumschwung mit Regen in den Bergen und starkem Wind am vorletzten Tag erleichterte mir den Abschied von der Insel gehörig. Denn so schön es hier auch sein kann, bei Schlechtwetter wird das Training auf Gran Canaria richtig zach. Zufrieden mit meinem Training und mit einem guten Gefühl ging es am Samstag dann wieder zurück nach Österreich, wo mittlerweile, nach 2 Wochen Wintereinbruch, der Frühling zurückgekehrt ist.

Während ich in Gran Canaria meine Trainingskilometer abgespult habe, war mein neues Team Wiggle High5 in Australien schon im Renneinsatz, und das äußerst erfolgreich. Ein Etappensieg und ein 3. Platz bei der Santos Tour Down Under sowie der Sieg beim Kriterium in Melbourne konnten sich sehen lassen. Ich kann es schon gar nicht mehr erwarten alle Mädels persönlich kennen zu lernen. Lange muss ich jetzt auch nicht mehr warten, denn schon in 2 Wochen startet unser Teamcamp auf Mallorca. Jetzt werde ich mich aber einmal gut erholen, im Sportunion Büro nach dem Rechten schauen und vielleicht noch ein paar Kilometer auf den Langlaufschiern absolvieren. 

Partner